Anwendungsberichte

Zweistufiger Schraubenkompressor: STRONG 55

Zweistufiger Schraubenkompressor: Warum 55 kW nicht gleich 55 kW sind

Auf dem Datenblatt sieht es oft eindeutig aus: 55 kW hier, 55 kW dort – scheinbar dieselbe Maschine. Die Motornennleistung beschreibt jedoch nur die angegebene Leistung des Motors. Wie viel nutzbare Druckluft dabei tatsächlich entsteht und wie effizient das geschieht, entscheidet die Technik dahinter.

Ein Industriebetrieb aus der mechanischen Fertigung in der Lombardei hat genau aus diesem Grund gewechselt: Der vorhandene 55-kW-Kompressor wurde durch einen zweistufigen Schraubenkompressor der Baureihe STRONG 2S ersetzt – mit derselben nominalen Motorleistung, aber dem Ziel, die Systemeffizienz zu verbessern.

  • Kunde: ein Industriebetrieb aus der mechanischen Fertigung in der Lombardei (Italien).
  • Lösung: ein SCC STRONG 2S 55 – zweistufiger Schraubenkompressor mit 55 kW und IE5-Permanentmagnetmotor.
  • Hintergrund: Ersatz eines vorhandenen 55-kW-Kompressors mit gleicher nominaler Motorleistung.
  • Kernaussage: Gleiche Nennleistung bedeutet nicht automatisch gleiche Fördermenge oder spezifische Effizienz.

Ausgangssituation

Der Betrieb verfügte bereits über einen 55-kW-Kompressor und wollte die Druckluftversorgung effizienter aufstellen. Naheliegend wäre ein Eins-zu-eins-Tausch gegen ein vergleichbares Modell gewesen. Der Ansatz war jedoch ein anderer: Nicht die Motornennleistung sollte sich ändern, sondern die Art, wie diese Leistung in Druckluft umgesetzt wird.

Damit rückt eine Unterscheidung in den Vordergrund, die im Alltag oft untergeht. Die Motornennleistung beschreibt die angegebene Leistung des Motors. Die tatsächliche Leistungsaufnahme und die daraus erzeugte Druckluftmenge hängen unter anderem von Betriebspunkt, Verdichtungsprinzip und Regelung ab. Gerade beim richtigen Betriebsdruck wirken sich diese Faktoren spürbar aus.

Technische Lösung

Gewählt wurde der STRONG 2S 55, ein zweistufiger Schraubenkompressor mit 55 kW Nennleistung. Der entscheidende Unterschied zum einstufigen Aufbau liegt in der Verdichtung: Durch die Aufteilung der Verdichtung auf zwei Stufen und die Zwischenkühlung sinkt die Temperatur vor der zweiten Verdichtungsstufe. Dadurch kann sich der für die Verdichtung erforderliche Energieaufwand reduzieren.

Dazu kommen mehrere Effizienzmerkmale: ein IE5-Permanentmagnetmotor als höchste dokumentierte Effizienzklasse der Baureihe, Direktantrieb, eine niedrige Drehzahl sowie eine Drehzahlregelung, die nicht nur den Hauptmotor, sondern auch den Kühlventilator über einen Inverter steuert. Bedient wird die Maschine über eine mehrfarbige Touch-Steuerung.

Nach den Unterlagen zur STRONG 2S-Baureihe lassen sich mit der zweistufigen Verdichtung unter definierten Bedingungen über 10 % Energie gegenüber der einstufigen Verdichtung einsparen. Das ist eine Angabe zur Produktfamilie, kein Messwert aus diesem Projekt. Für den Betrieb bedeutet die Auswahl daher weniger „mehr Leistung“ als vielmehr eine auf höhere Effizienz ausgelegte Erzeugung bei gleicher nominaler Motorgröße – für energieintensive Industriebetriebe ein relevanter Hebel.

STRONG Zweistufiger Schraubenkompressor

Warum gleiche kW nicht gleich viel Luft bedeuten

Der Kern dieses Projekts ist eine technische Einsicht, die sich auf viele Anlagen übertragen lässt. Zwei Kompressoren mit identischer Motornennleistung können unterschiedlich viel nutzbare Druckluft liefern – und dieselbe Luftmenge mit unterschiedlichem Energieeinsatz erzeugen.

Ein guter Vergleichswert ist der spezifische Leistungsbedarf. Er setzt die aufgenommene Leistung ins Verhältnis zur gelieferten Druckluftmenge und wird üblicherweise in kW je m³/min angegeben. Ausschlaggebend sind unter anderem das Verdichtungsprinzip (ein- oder zweistufig), die Effizienzklasse des Motors, der Antrieb und die Regelung.

Wer Kompressoren nur über die kW-Zahl vergleicht, übersieht genau diesen Unterschied. Für den Betrieb ging es daher um „mehr nutzbare Luft je eingesetzter Energie“, nicht um mehr Motorleistung.

Ergebnis und betrieblicher Nutzen

Festhalten lässt sich Folgendes:

  • Der neue Kompressor hat dieselbe nominale Motorleistung von 55 kW wie der Vorgänger.
  • Durch die zweistufige Verdichtung ist die Anlage auf eine effizientere Drucklufterzeugung ausgelegt.
  • Die Auswahl zielt auf eine bessere Systemeffizienz, nicht auf eine höhere Motorleistung.
  • Die „über 10 %“-Angabe bezieht sich auf die Produktfamilie unter definierten Bedingungen, nicht auf einen Messwert aus diesem Projekt.
STRONG Zweistufiger Schraubenkompressor

Drei Erkenntnisse für den Kompressorvergleich

  1. Nennleistung ist nur der Anfang. Die kW-Zahl beschreibt den Motor, nicht die gelieferte Luft. Vergleichen Sie Fördermenge und spezifischen Leistungsbedarf am realen Betriebspunkt, statt allein auf die Nennleistung zu schauen.
  2. Das Verdichtungsprinzip zählt. Eine zweistufige Verdichtung mit Zwischenkühlung kann effizienter arbeiten als eine einstufige. Ob sie zu Ihrem Lastprofil passt, hängt von Betriebsdruck und Auslastung ab.
  3. Der Vorteil zeigt sich über die Laufzeit. Der wirtschaftliche Unterschied entsteht im Energieeinsatz über die Nutzungsdauer. Eine Betrachtung der Gesamtkosten ist aussagekräftiger als der reine Anschaffungspreis.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Nennleistung und Fördermenge?

Die Motornennleistung beschreibt die angegebene Leistung des Motors in Kilowatt. Die Fördermenge (FAD) gibt an, wie viel Druckluft der Kompressor tatsächlich liefert, meist in m³/min. Zwei Maschinen mit gleicher Nennleistung können unterschiedliche Fördermengen haben.

Was bedeutet spezifischer Leistungsbedarf?

Der spezifische Leistungsbedarf setzt die aufgenommene Leistung ins Verhältnis zur gelieferten Druckluftmenge und wird üblicherweise in kW je m³/min angegeben. Er eignet sich gut als Vergleichswert für die Effizienz – idealerweise am realen Betriebspunkt.

Warum kann eine zweistufige Verdichtung effizienter sein?

Durch die Aufteilung der Verdichtung auf zwei Stufen und die Zwischenkühlung sinkt die Temperatur vor der zweiten Stufe. Dadurch kann sich der erforderliche Energieaufwand reduzieren. Nach den Unterlagen zur Baureihe sind unter definierten Bedingungen über 10 % Einsparung gegenüber der einstufigen Verdichtung möglich.

Lässt sich eine bestimmte Energieeinsparung zusichern?

Eine konkrete Einsparung hängt vom Lastprofil, vom Betriebsdruck und von der bestehenden Anlage ab. Belastbare Zahlen entstehen aus einer Messung im jeweiligen Betrieb. Ein allgemeiner Prozentwert ersetzt diese Betrachtung nicht.

STRONG Zweistufiger Schraubenkompressor

Kompressoraustausch wirtschaftlich bewerten

Sie überlegen, einen bestehenden Kompressor durch eine effizientere Lösung zu ersetzen? Teilen Sie uns Betriebsdruck, Luftbedarf, Betriebszeiten und Ihr Lastprofil mit. Auf dieser Grundlage lässt sich abschätzen, welche Fördermenge und welcher spezifische Leistungsbedarf zu erwarten sind. SCC und das regionale Partnernetzwerk unterstützen Sie bei der technischen Einordnung und Auslegung; ob sich eine Drehzahlregelung lohnt, lässt sich dabei ebenso klären wie der Blick auf die Gesamtkosten.