Anwendungsberichte

Zwei Schraubenkompressoren: STORM

Zwei Schraubenkompressoren im Parallelbetrieb: Wie wöchentliche Rotation Betriebsstunden verteilt

Wer zwei Kompressoren nebeneinander stehen hat, nutzt sie in der Praxis selten gleich stark. Meist läuft eine Maschine dauerhaft, die zweite springt nur bei Bedarf an – und sammelt über die Jahre deutlich weniger Betriebsstunden. Genau an diesem Punkt setzt ein Projekt bei einem Industriebetrieb aus der mechanischen Fertigung in der Lombardei an.

Statt eine feste Grund- und eine Reservemaschine zu betreiben, wurden dort zwei Schraubenkompressoren der STORM-Baureihe im Parallelbetrieb verschaltet und so programmiert, dass sie wöchentlich die Führungsrolle tauschen. Das Ziel: die Laufzeiten gleichmäßiger verteilen und eine planbare Betriebsreserve schaffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kunde: ein Industriebetrieb aus der mechanischen Fertigung in der Lombardei (Italien).
  • Lösung: zwei drehzahlgeregelte Schraubenkompressoren der SCC STORM-Baureihe im Parallelbetrieb.
  • Konzept: wöchentliche Rotation der Führungsmaschine zur gleichmäßigeren Verteilung der Betriebsstunden.
  • Nutzen: ausgewogenere Laufzeiten und eine Betriebsreserve, deren Umfang von der Auslegung abhängt.

Ausgangssituation

Für den Betrieb war weniger die reine Liefermenge das Thema als die Frage, wie sich zwei Kompressoren sinnvoll zusammenspielen lassen. Ein einzelner Kompressor deckt zwar den laufenden Bedarf, lässt aber keine Reserve, wenn er gewartet wird oder ausfällt. Zwei Maschinen bieten diese Reserve – nur werden sie bei starrer Zuordnung sehr ungleich beansprucht.

Ungleiche Laufzeiten haben praktische Folgen: Die Grundlastmaschine erreicht ihre Wartungsintervalle deutlich früher, während die zweite Maschine kaum Stunden sammelt. Gesucht war deshalb ein Konzept, das beide Kompressoren gleichmäßiger einsetzt und die Anlage insgesamt einfacher zu führen macht.

Zwei Schraubenkompressoren:

Technische Lösung

Zum Einsatz kam die STORM-Baureihe von SCC. Es handelt sich um öleingespritzte Schraubenkompressoren mit Direktantrieb und drehzahlgeregeltem IE4-Permanentmagnetmotor. Die Drehzahlregelung passt die erzeugte Luftmenge laufend an den tatsächlichen Bedarf an. Die Baureihe deckt einen Leistungsbereich von 5,5 bis 75 kW ab; welche Modellgröße im Projekt installiert wurde, geht aus den Projektangaben nicht hervor.

Für einen Industriebetrieb sind zwei Eigenschaften besonders relevant: die kompakte Bauform, die eine platzsparende Aufstellung erleichtert, und die einfache Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten. Beides trägt dazu bei, zwei Maschinen nebeneinander praktikabel zu betreiben.

Anlagenkonzept: Parallelbetrieb mit wöchentlicher Rotation

Die beiden Kompressoren wurden parallel verschaltet und arbeiten auf dasselbe Druckluftnetz. Statt eine Maschine dauerhaft als Führungsmaschine festzulegen, wechselt diese Rolle im Wochenrhythmus. In der einen Woche übernimmt Kompressor A die Grundlast, in der Folgewoche Kompressor B.

Der Effekt ist einfach, aber wirkungsvoll: Über einen längeren Zeitraum gleichen sich die Betriebsstunden beider Maschinen an. Das trägt dazu bei, die Beanspruchung und den daraus entstehenden Wartungsbedarf gleichmäßiger auf beide Maschinen zu verteilen.

Ob im Störungsfall eine einzelne Maschine den vollständigen Bedarf abdecken kann, hängt von der Dimensionierung und dem aktuellen Luftbedarf ab. Der Parallelbetrieb schafft eine Reserve; ihr Umfang ergibt sich aus der konkreten Auslegung der Anlage.

Ergebnis und betrieblicher Nutzen

Das Projektziel war nicht ein Rekordwert bei der Effizienz, sondern eine ausgewogenere und leichter zu führende Anlage. Aus dem gewählten Konzept ergeben sich folgende Punkte:

  • Die Betriebsstunden verteilen sich über die Wochen gleichmäßiger auf beide Kompressoren.
  • Wartungsbedarfe fallen nicht einseitig auf eine einzelne Maschine.
  • Die Anlage verfügt über eine Betriebsreserve, deren Umfang von der Auslegung abhängt.
  • Die Führung der Anlage bleibt übersichtlich, da die Rotation automatisch im Wochenrhythmus erfolgt.

Drei Lehren für den Parallelbetrieb

  1. Rotation schlägt starre Zuordnung. Zwei parallel geschaltete Kompressoren mit wöchentlicher Rotation nutzen beide Maschinen gleichmäßiger als eine feste Aufteilung in Grund- und Reservemaschine. Das verteilt Verschleiß und Wartung planbarer.
  2. Reserve ist nicht gleich Vollversorgung. Eine zweite Maschine schafft Spielraum, ersetzt aber keine Kapazitätsprüfung. Ob eine Maschine allein genügt, lässt sich nur über eine konkrete Bedarfs- und Auslegungsbetrachtung klären.
  3. Betriebsstunden gehören in die Kostenrechnung. Wer Laufzeiten und Wartungsrhythmus früh mitdenkt, trifft die wirtschaftlichere Entscheidung. Diese Größen wirken über die gesamte Nutzungsdauer stärker als der reine Anschaffungspreis.
Zwei Schraubenkompressoren: STORM

Häufige Fragen

Was bedeutet Parallelbetrieb bei Kompressoren?

Beim Parallelbetrieb arbeiten mehrere Kompressoren gemeinsam auf dasselbe Druckluftnetz. Sie können sich die Last teilen und sich gegenseitig ergänzen. Wie die Maschinen dabei koordiniert werden – etwa mit fester Führungsmaschine oder mit Rotation – hängt vom gewählten Steuerungskonzept ab.

Warum ist eine wöchentliche Rotation sinnvoll?

Eine wöchentliche Rotation lässt die Führungsrolle zwischen den Maschinen wechseln. Dadurch sammeln beide Kompressoren über die Zeit ähnlich viele Betriebsstunden, der Verschleiß verteilt sich gleichmäßiger und die Wartungszeitpunkte fallen nicht einseitig auf eine einzige Maschine.

Sichert ein zweiter Kompressor die volle Produktion ab?

Ein zweiter Kompressor schafft eine Betriebsreserve. Ob eine einzelne Maschine im Störungsfall den kompletten Bedarf allein deckt, hängt von der Dimensionierung und dem aktuellen Luftbedarf ab. Das lässt sich über eine konkrete Kapazitätsbetrachtung beurteilen.

Für welche Betriebe eignet sich dieses Konzept?

Das Konzept ist überall dort interessant, wo eine kontinuierliche Druckluftversorgung wichtig ist und zwei oder mehr Maschinen ohnehin sinnvoll sind. Das Konzept ist für Betriebe interessant, in denen eine kontinuierliche Druckluftversorgung und planbare Wartung wichtig sind.

Parallelbetrieb richtig auslegen

Sie planen eine ähnliche Lösung mit zwei oder mehr Kompressoren? Teilen Sie uns Betriebsdruck, Luftbedarf, Betriebszeiten und die wichtigsten Anforderungen Ihrer Anwendung mit. Auf dieser Grundlage lässt sich klären, ob eine Rotation sinnvoll ist und welche Reserve die Auslegung bietet. SCC und das regionale Partnernetzwerk unterstützen Sie bei der technischen Einordnung und Beratung; eine strukturierte Bedarfsberechnung ist dabei ein guter erster Schritt.