
Das Wichtigste in Kürze
- Der Milchhof Reeßum öffnete am Sonntag, 30. August 2026, von 10 bis 17 Uhr seine Hoftore – gemeinsam mit rund 80 Ausstellern.
- Nach Angaben des Veranstalters kamen rund 5.000 Besucherinnen und Besucher, trotz Regen und kräftigem Wind.
- SCC-Premium-Händler Kronwald war mit Servicefahrzeug, Anhänger und Pavillon vor Ort.
- Ausgestellt wurden SCROLLI 3, BASE 7 VSD und STORM 7, jeweils in der 10-bar-Ausführung.
- Das meiste Interesse galt dem SCROLLI. In automatischen Melksystemen kann Druckluft je nach System Tore, Reinigungs-, Desinfektions- oder Unterstützungsfunktionen versorgen.
- Welcher Druck, welche Liefermenge und welche Luftqualität nötig sind, gibt der Hersteller der Melktechnik vor.
Letzter August-Sonntag, Landkreis Rotenburg. Es regnet zwischendurch, der Wind kommt böig von der Seite – und trotzdem schiebt sich ab zehn Uhr ein stetiger Strom über den Hof des Milchhofs Reeßum. Zwischen Kälberstall, Landtechnik und Infoständen steht ein Anhänger mit drei Kompressoren darauf. Daneben ein Servicefahrzeug, ein Pavillon und der SCC-Fahnenmast: der Stand unseres Premium-Händlers Kronwald Druckluft- und Kompressorentechnik aus Bremen.
Ein Tag der offenen Tür auf einem Milchviehbetrieb ist keine Fachmesse. Genau das macht ihn interessant. Hier laufen keine Einkäufer mit Lastenheft über den Platz, sondern Landwirtinnen und Landwirte, Lohnunternehmer und Familien. Viele von ihnen haben Druckluft im Betrieb, ohne je bewusst entschieden zu haben, welche Maschine sie eigentlich erzeugt.
Was in Reeßum gefragt wurde, welche Maschinen Kronwald mitgebracht hat und warum ausgerechnet ein ölfrei verdichtender Scrollkompressor die meisten Gespräche ausgelöst hat: der Rückblick.
Ein Hoftag mit Publikum – und mit Technikfragen
Der Milchhof Reeßum ist ein Familienbetrieb im Landkreis Rotenburg (Wümme). Am 30. August 2026 hat er von 10 bis 17 Uhr geöffnet: Hofführungen, Einblicke in den neuen Kälberstall, Mitmachaktionen für Kinder – und rund 80 Aussteller rund um Landwirtschaft, Technik und Milch. Das Wetter spielte nicht mit, der Zuspruch trotzdem: Nach Angaben des Veranstalters waren rund 5.000 Menschen auf dem Hof.
Kronwald sitzt in Bremen und gehört zu unserem Netz an Premium-Händlern. Für diese Art von Termin sind Partner vor Ort die richtige Besetzung: Sie kennen die Betriebe in der Region, sprechen dieselbe Sprache und sind auch nach dem Hoftag noch in der Nähe, wenn eine Frage auftaucht. Für einen regional verwurzelten Betrieb zählt am Ende genau das – nicht der Tag selbst, sondern das, was danach weiterläuft.















Warum Druckluft auf einem Milchviehbetrieb ein Thema ist
Automatische Melksysteme laufen rund um die Uhr, und Druckluft kann dabei Teil der zentralen Versorgung sein – je nach System zum Beispiel für pneumatisch angetriebene Tore sowie für Reinigungs-, Desinfektions- oder Unterstützungsfunktionen. Andere Bewegungen werden elektrisch oder hybrid ausgeführt; die konkrete Ausführung ist systemabhängig. Wie viel Druckluft ein System braucht, hängt deshalb stark vom Hersteller und von der Baureihe ab.
Für den Betrieb folgt daraus vor allem eines: Fällt bei einem System die Druckluftversorgung für zentrale Funktionen aus, kann der Melkprozess erheblich beeinträchtigt oder unterbrochen werden. Welcher Druck, welche Liefermenge und welche Luftqualität benötigt werden, gibt der Hersteller der Melktechnik vor – und diese Vorgaben sind die Grundlage für jede Auslegung.
Luftqualität und Feuchtigkeit: zwei Punkte, die man vorher klären sollte
Bei prozessnahen Anwendungen ist entscheidend, welche Luftqualität der Anlagenhersteller fordert. Je nach System kann dabei auch ein ölfreier Verdichtungsprozess relevant sein; in unabhängig geprüften automatischen Melksystemen sind ölfreie Scrollkompressoren mit integrierter Trocknung dokumentiert. Ein allgemeiner Zwang zur ölfreien Verdichtung lässt sich daraus nicht ableiten – wohl aber die Empfehlung, die Anforderung vor der Auswahl schriftlich abzuklären. Wie sich Druckluftqualität sauber spezifizieren lässt, haben wir in unserem Beitrag zur ISO 8573-1 beschrieben.
Der zweite Punkt ist die Feuchtigkeit. Mit der angesaugten Luft gelangt Wasserdampf in das Druckluftsystem. Wie viel Kondensat daraus entsteht, hängt unter anderem von Ansaugtemperatur, relativer Luftfeuchte, Volumenstrom, Druck und der anschließenden Abkühlung ab. Eine passende Trocknung und eine funktionierende Kondensatableitung helfen, feuchtigkeitsbedingte Probleme im nachgelagerten Netz zu reduzieren – wo Kondensat entsteht und was es anrichten kann, haben wir separat aufgeschrieben.
Ähnliche Fragen zu Luftqualität, Feuchtigkeit und Versorgungssicherheit stellen sich auch in Lebensmittelanwendungen. Die konkrete Anforderung bleibt aber prozess- und herstellerabhängig.
Drei Maschinen, drei Antworten auf unterschiedliche Anforderungen
Kronwald hatte drei Kompressoren dabei, alle in der 10-bar-Ausführung und mit geöffneten Verkleidungen, damit man hineinsehen konnte.

SCROLLI 3 – ölfrei verdichtender Scrollkompressor mit fester Drehzahl, 3,7 kW, Riemenantrieb, IE3-Asynchronmotor, bei 10 bar rund 0,34 m³/min. Ob der SCROLLI 3 hier infrage kommt, hängt vom Luftbedarf, Betriebsdruck und der geforderten Luftqualität ab. Genau darüber wurde am Anhänger am meisten gesprochen.

BASE 7 VSD – ölgeschmierter Schraubenkompressor mit 7,5 kW, Direktantrieb und IE4-Permanentmagnetmotor. Er passt die Drehzahl innerhalb seines Regelbereichs an den Druckluftbedarf an; bei 10 bar liegt die Liefermenge zwischen rund 0,54 und 0,96 m³/min.

STORM 7 – technisch verwandt, ebenfalls 7,5 kW mit Direktantrieb und IE4-Permanentmagnetmotor, aber mit breiterem Regelbereich von rund 0,35 bis 1,02 m³/min bei 10 bar und einer Grundfläche von etwa 0,65 × 0,61 m. Die kompaktere Grundfläche kann bei begrenztem Aufstellplatz ein relevanter Unterschied sein.
Welches Konzept passt, entscheidet vor allem das Lastprofil. Eine Drehzahlregelung kann attraktiv sein, wenn der Bedarf innerhalb eines geeigneten Regelbereichs schwankt; bei weitgehend konstanter Grundlast kann eine Maschine mit fester kann ein Konzept mit fester Drehzahl sinnvoll sein. Verlässlich wird die Entscheidung aber erst mit Daten – ein gemessenes Lastprofil sagt mehr als jeder Prospekt, und ob sich eine Drehzahlregelung rechnet, lässt sich daran deutlich besser beurteilen.
Dass alle drei Maschinen mit 10 bar dastanden, war ein guter Aufhänger für eine Frage, die sich in vielen Betrieben lohnt: Welchen Netzdruck brauchen Sie wirklich? Ein unnötig hoher Drucksollwert erhöht in der Regel den Energiebedarf. Deshalb sollte der erforderliche Druck vom Verbraucher aus und unter Berücksichtigung der realen Druckverluste bestimmt werden – wie das Schritt für Schritt geht, steht in unserer Entscheidungshilfe zum Betriebsdruck.
Unsicher, welches Konzept zu Ihrem Lastprofil passt? Druckluftversorgung technisch prüfen lassen.
Was aus Reeßum bleibt
Betriebsleiter Maik Stahr zieht ein klares Fazit: Der Tag habe für Kronwald und SCC gleichermaßen etwas gebracht, und die Gespräche hätten gezeigt, dass Druckluft auf dem Land nicht mehr wegzudenken ist. Vor Ort waren vor allem Landwirte, dazu Lohnunternehmer – Betriebe also, die nach seiner Beobachtung zuverlässige und bezahlbare Druckluft brauchen. Für das kommende Jahr plant Kronwald weitere Auftritte dieser Art.
„Mir macht die Zusammenarbeit mit SCC viel Spaß. Wir stehen voll hinter den Produkten und der Support ist klasse.”
– Maik Stahr, Betriebsleiter, Kronwald Druckluft- und Kompressorentechnik GmbH
Für uns ist das die eigentliche Nachricht aus Reeßum. Nicht die Besucherzahl, sondern die Tatsache, dass ein Partner an einem regnerischen Sonntag den Anhänger belädt, weil er weiß, dass seine Kunden dort sind.
Druckluftversorgung prüfen lassen
Für eine erste Einschätzung genügt eine kurze Beschreibung Ihrer Situation – ein vollständiger Datensatz ist nicht nötig. Falls vorhanden, helfen Angaben wie der aktuelle Druck, die Betriebsstunden, die wichtigsten Verbraucher, bekannte Druckprobleme oder auffälliges Kondensat, die passende Lösung schneller einzugrenzen. Bei Melktechnik ist die Herstellerangabe zu Druck, Liefermenge und Luftqualität besonders nützlich. Auf dieser Basis lässt sich sagen, welche Baureihe grundsätzlich infrage kommt und was vor Ort noch gemessen werden sollte, bevor jemand ein Angebot schreibt.