
In der Kartonproduktion läuft die Fertigung häufig im Mehrschichtbetrieb, und die Druckluft ist an vielen Stellen im Prozess beteiligt. Fällt sie ungeplant aus, steht schnell mehr als nur eine Maschine still. Für ein Unternehmen aus der Kartonverarbeitung in der Lombardei war deshalb entscheidend, nicht von einem einzelnen Kompressor abhängig zu sein – und den Zustand der Anlage jederzeit einsehen zu können.
Realisiert wurde das mit drei parallel verschalteten Schraubenkompressoren des Typs STRONG 37. Ein übergeordnetes Anlagenmanagement macht den Betriebsstatus der Maschinen sichtbar, und bei einem Stillstand kann die Information direkt an das Service-Center weitergegeben werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Kunde: ein Unternehmen aus der Kartonverarbeitung in der Lombardei (Italien).
- Lösung: drei parallel geschaltete SCC STRONG 37 Schraubenkompressoren (37 kW).
- Herausforderung: Verfügbarkeit sichern und den Anlagenstatus transparent halten.
- Nutzen: zentral einsehbarer Maschinenstatus und die Möglichkeit, einen Stillstand direkt an das Service-Center zu melden.
Ausgangssituation
Die Verpackungs- und Kartonindustrie ist auf eine kontinuierliche Druckluftversorgung angewiesen. Wenn Anlagen im Takt laufen und mehrere Prozessschritte auf Druckluft zugreifen, wirkt sich ein ungeplanter Stopp unmittelbar auf die Fertigung aus.
Ein einzelner, groß dimensionierter Kompressor wäre ein Risiko: Fällt er aus, steht die Versorgung. Gesucht war deshalb eine Lösung, die die Last auf mehrere Maschinen verteilt und gleichzeitig transparent macht, wie es der Anlage geht – damit im Fall der Fälle nicht erst gesucht werden muss, welche Maschine betroffen ist.
Technische Lösung
Installiert wurden drei Kompressoren der STRONG-Baureihe mit jeweils 37 kW Nennleistung. Es handelt sich um öleingespritzte Schraubenkompressoren mit drehzahlgeregeltem IE4-Permanentmagnetmotor. Die Drehzahlregelung passt die erzeugte Luftmenge dem tatsächlichen Bedarf an, was in einer Produktion mit schwankendem Luftbedarf hilfreich ist.
Die Kompressorsteuerung liefert Betriebsinformationen zur jeweiligen Maschine. Drei gleich große Kompressoren statt einer einzelnen großen Einheit haben zudem einen praktischen Vorteil: Die Last lässt sich verteilen, und bei Wartung oder Stillstand einer Maschine bleibt ein Teil der Versorgung erhalten – der genaue Umfang hängt von der Auslegung ab.
Anlagenkonzept: Parallelbetrieb mit Statusüberwachung
Die drei Kompressoren arbeiten parallel auf das gemeinsame Druckluftnetz. Ein übergeordnetes Anlagenmanagement bündelt die Informationen der Maschinen, sodass der Maschinenstatus zentral sichtbar wird. Der Betrieb sieht also nicht nur, dass Druckluft anliegt, sondern auch, in welchem Zustand sich die einzelnen Kompressoren befinden.
Ein zentraler Baustein ist die Meldung: Bleibt ein Kompressor stehen, kann die Information direkt an das Service-Center weitergegeben werden. Damit kann die Information über einen Maschinenstillstand direkt an das Service-Center weitergegeben werden. Die konkrete technische Ausgestaltung richtet sich nach dem eingesetzten Anlagenmanagement.
Ergebnis und betrieblicher Nutzen
Das Projektziel war eine verfügbare und transparente Druckluftversorgung. Aus dem Anlagenkonzept ergeben sich folgende Punkte:
- Die Versorgung stützt sich auf drei Maschinen statt auf einen einzelnen Kompressor.
- Der Maschinenstatus der Kompressoren ist zentral einsehbar.
- Bei Stillstand einer Maschine kann die Information direkt an das Service-Center gehen.
- Die Abhängigkeit von einer einzelnen Maschine wird reduziert – der Umfang der Reserve richtet sich nach der Auslegung.
Drei Punkte für eine verfügbare Druckluftversorgung
- Mehrere Maschinen verteilen das Risiko. Drei kleinere Kompressoren fangen den Ausfall einer Einheit besser ab als eine einzelne große Maschine. Wie groß die verbleibende Reserve ist, ergibt sich aus der Auslegung und dem realen Luftbedarf.
- Sichtbarkeit verkürzt die Reaktionszeit. Ein zentral einsehbarer Maschinenstatus und eine direkte Meldung an den Service verkürzen die Zeit von der Störung bis zur Reaktion – oft ebenso wichtig wie die reine Anzahl der Maschinen.
- Die Auslegung bestimmt den Nutzen. Wie viele Maschinen welcher Größe sinnvoll sind, sollte über eine konkrete Bedarfsberechnung ermittelt werden, statt pauschal auf eine große Einheit zu setzen.
Häufige Fragen
Warum drei Kompressoren statt eines großen?
Mehrere Maschinen verteilen die Last und das Ausfallrisiko. Bleibt eine Maschine stehen, bleibt ein Teil der Versorgung erhalten. Wie groß diese Reserve ist, hängt von der Auslegung der Anlage und dem tatsächlichen Luftbedarf ab.
Was bedeutet Anlagenüberwachung bei Kompressoren?
Anlagenüberwachung bedeutet, dass der Betriebszustand der Maschinen sichtbar ist. So ist erkennbar, in welchem Zustand sich die Kompressoren befinden – nicht nur, ob überhaupt Druckluft anliegt. Der genaue Informationsumfang hängt von der Steuerung und dem Anlagenmanagement ab.
Wird das Service-Center informiert, wenn eine Maschine stoppt?
Im vorliegenden Projekt kann bei einem Stillstand die Information direkt an das Service-Center weitergegeben werden. Dadurch verkürzt sich der Weg von der Störung bis zur Reaktion. Die genaue technische Ausgestaltung sollte projektbezogen abgestimmt werden.
Eignet sich das Konzept auch für andere Taktproduktionen?
Ja. Überall dort, wo eine kontinuierliche Druckluftversorgung wichtig ist und ungeplante Stopps teuer sind, ist die Kombination aus verteilter Last und sichtbarem Anlagenstatus sinnvoll. Die konkrete Auslegung richtet sich nach dem jeweiligen Bedarf.
Druckluftversorgung für die Kartonproduktion prüfen
Sie planen eine ähnliche Lösung für die Verpackungs- oder Kartonproduktion? Teilen Sie uns Betriebsdruck, Luftbedarf, Betriebszeiten und die wichtigsten Anforderungen Ihrer Anwendung mit. So lässt sich klären, wie viele Maschinen sinnvoll sind und wie der Anlagenstatus sichtbar gemacht werden kann. SCC und das regionale Partnernetzwerk unterstützen Sie bei der technischen Beratung – der Grundgedanke vernetzter Kompressoren lässt sich dabei einbeziehen.


